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Aus der Sichtweise - nur - eines Wählers!?

Warum ich ab 1996 zum Nichtwähler und ab 2005 wieder zum Wähler wurde

Mir wurde in der Zeit als Nichtwähler immer wieder vorgeworfen: "Wenn du nicht wählst, hast du auch nicht das Recht mitzureden." Jetzt gehe ich wählen und höre, "wie kannst Du nur diese Partei wählen?"

Ich bin dankbar, in einem relativ freien Land aufgewachsen zu sein. Deshalb ist dieser Rückblick nur meine Wahrnehmung auf die negative Entwicklung unserer politischen Kultur in den letzten Jahren, mit welchem ich hoffe, politisch interessierte Menschen - ob aktiv in Parteien oder passiv als Wähler - für die Notwendigkeit eines Korrektivs aus ganzheitlicher Sichtweisen zu sensibilisieren.

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Vorbemerkung:

Grob skizziert: Der Mensch ist ein Sozialwesen, welches Führungsstrukturen benötigt. Daraus resultieren sich unterschiedliche Menschentypen. Diejenigen,

  • welche die Führungsmacht anstreben und um diesen Führungsanspruch kämpfen
    • engere Gefolgschaften, die Personen unterstützen, welche um den Führungsanspruch kämpfen
  • der mittleren Führungsebenen
  • die keinerlei Führungsrollen anstreben. Darunter fallen die meisten Menschen. Die Gründe für dieses Verhalten sind möglicherweise bereits in den menschlichen Genen behaftet. Man stelle sich nur mal vor, was passieren würde, wenn jeder Führungspositionen anstreben würde. Wir hätten nur noch Mord und Totschlag.
Maßgebliche Erkenntnisse zweier Politiker, denen ich voll zustimme:

Michail Gorbatchow
"Die Probleme der Zukunft lassen sich von Politiker allein nicht lösen, sie sind nur in der Zusammenarbeit mit Medien und den Bürgern zu lösen."

Carlo Schmid (früherer Bundestagsabgeordneter)
bezeichnete die Demokratie als die Chance, den Staat zu vermenschlichen. Eine demokratische Verfassung ist nur Ausdruck des WILLENS zur Demokratie. Sie ist nicht Ausdruck zur Demokratiefähigkeit eines Volkes. Gerät das demokratische Bewusstsein  längere Zeit hinter den freiheitlichen Reformen der Verfassung zurück, gerät auch die Verfassung in Gefahr. Sie wird dann zunehmend zu machtpolitischen Zwecken  mißbraucht."

Beide Erkenntnisse beinhalten etwas Wesentliches. Die Zusammenarbeit zwischen Führungsebene und dem Volk, sowie die Notwendigkeit des Korrektivs des Volkes.

Es entspricht oft der menschlichen Natur, dass Personen mit Machtstellungen ohne Korrektiv zum Maßlosen neigen. Beispiele gibt es zu Genüge schon in der  Kindererziehung, Partnerschaften privat oder geschäftlich, etc.
Mobbing bspw. zeichnet sich auch aus durch ungezügelte (Macht) Polarisierung.

Personen in politischen Führungsebenen benötigen die Kraft, kontinuierlich Rede und Antwort zu geben und somit andauernd im Fadenkreuz der Öffentlichkeit zu stehen. Ehrlich gesagt, könnte ich mir das für meine Person nicht vorstellen. Ich liebe meine Freiheit. Im Gegenzug schätze ich aber Personen, die bereit sind, Führungsverantwortung zu übernehmen. Meine Aufgabe sehe ich allerdings in einem ganzheitlichen Korrektiv mizuwirken. [siehe mitmachen]

Aus meiner heutigen Sichtweise sind Führungseliten, welche ihre Macht mißbrauchen und Schaden hinterlassen, nur bedingt schuld. Die Hauptschuld ist das meist fehlende Korrektiv. Bei Hitler war nicht er das Problem, sondern diejenigen, die ihm zur Macht geholfen haben. Das Buch "Mein Kampf" war das Drehbuch zur Katastrophe. Es wurde lange Jahre vor seiner Machtergreifung geschrieben. Mit nur etwas Menschenkenntnis in der Allgemeinbildung der Menschen  - das Erlernen von Menschenkenntnis beinhaltet die Forderung der Initiative "mit mir nicht mehr" - wäre Hitler vermeidbar gewesen. Gleiche Vorgänge sind auch auf andere Machtkonstellationen übertragbar. Bspw. hat auch bei der Weltfinanzkrise das Korrektiv versagt. Fehlendes ganzheitliches Korrektiv ist auch Ursache für die aktuelle Erdölkatastrophe in der Karibik.

Meine nachfolgende Kritik gegenüber politischen Führungen ist deshalb in Relation zum Verhalten des Korrektivs zu sehen. Im erfassten Zeitraum hat bei mir ein Bewusstseinswandel stattgefunden. Das Ergebnis ist auch diese Internetseite u. a.   mit dem Ziel, Menschen für die Ursache unserer mangelhaften politischen Kultur zu sensibilisieren. Wenn man die Ursache für ein Problem erkennt, hat man auch die Möglichkeit, das Problem zu lösen. Dem Zitat Gorbatschows; "die Probleme der Zukunft lassen sich von Politikern allein nicht lösen, sie sind nur in der Zusammenarbeit mit Medien und den Bürgern zu lösen", möchte ich damit Folge leisten. 

 

 

Rückblick 1994 bis HEUTE:

1994 - Im Vorfeld der Bundestagswahlen 94

"Der Spiegel"
  01.08.94  Thema: "Wie das System Kohl funktioniert"
Kohls Gegenwart hat dabei etwas Groteskes.  So war er sich nicht zu schade , sich über eine - von "Bild" wiedergegebene - Äußerung der Schauspielerin Uschi Glas aufzuregen : "Wie sie denn ihre Kinder zur Ehrlichkeit erziehen solle, wenn Politiker lügen und betrügen?
" > Der Dame müsse mal Bescheid gestoßen werden, tönte der Kanzler in seinem Geheimzirkel, die Politiker müßten aufstehen und mit so genanntem Tacheles reden. 

"Der Spiegel" zum Thema Wahlwerbung  > Derlei Interventionen aus dem innersten Zirkel der Macht sind als Standard der Wahlkampagne gedacht. "Wir fahren voll auf die Emo-Schiene", erklärte ein Kohlberater. Wahlwerbung auf möglichst niedrigem Niveau, Politik als unterhaltendes "Infontaintment", kein Streit in der Sache, um nirgends anzuecken.............             


Zum Vergleich "Drittes Reich" Wahltaktik weiter wie gehabt? Wie in den alten Zeiten?  Zur Bestätigung ein Auszug aus dem Buch "Mein Kampf" von Adolf Hitler zum Thema "Die Psychologie der Propaganda" Seite 198

"Die Aufnahme der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß.   Aus dieser Tatsache heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwerten, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag."

Über die Dummheit - ein Essay von Dietrich Bonhoeffer

 

1995 Jahresverlauf: 

Die schlechten Wirtschaftsprognosen für 96 / 97 waren den MdB´s bekannt. Zuerst waren sie 1995 ein ganzes halbes Jahr mit ihren eigenen Einkommenszuwächsen beschäftigt.   Die großen Volksparteien CDU/CSU (christlich) + SPD (sozial) beabsichtigten in seltener Übereinstimmung, die Diäten innerhalb 5 Jahren um ca.  60 % zu erhöhen und damit an die Gehälter der Bundesrichter anzupassen. Diese Forderung wurde aber durch den Bundesrat abgelehnt. Im Dezember 95 dann der Beschluß, die Diäten innerhalb dieser Legislaturperiode schrittweise um ca.24 Prozent anzuheben. (von DM 10.366.- auf DM 12.875.-, wodurch das Etappenziel erreicht wurde) 

Merkwürdig
Im Januar.96 > NUR EINEN MONAT SPÄTER < urplötzlich (?)

die Aussage von Bundestagspräsidentin Frau Rita Süssmuth, stellvertretend für alle Abgeordneten, in ihrer Neujahrsansprache: "Wir stehen vor den größten wirtschaftlichen Veränderungen seit 100 Jahren.  Besitztümer müssen sozialverträglich verteilt werden."

Im selben Tenor Der Bundespräsident Roman Herzog: "Die Deutschen (das Volk) müssen von ihren Gewohnheiten Abschied nehmen" (gilt scheinbar nicht für Politiker)

Zusatzbemerkung:
Ab  01.01.1996 wurde das erhöhte Kindergeld für "Wenigverdienende" im Zuge der allgemeinen Kindergelderhöhung abgeschafft. Im Klartext: Eine Familie (Beispiel mit 2 Kindern) mit niedrigem Einkommen erhielt trotz Kindergelderhöhung ab Januar 96 ca. DM 1000.- weniger.

Zur Erinnerung:

 

Wurde hier das Insiderwissen in Bezug auf die schlechten Wirtschaftsprognosen für 96/97 seitens der Volksvertreter miss- braucht?

 

 

Wieder diese endlose Neiddebatte? Möglich, mit dem Unterschied, dass diesmal die Parlamentarier den Bundesrichtern neidisch waren.

 

Alles alte Kamellen?
Mit Sicherheit nicht. Es handelt sich um eine Charakteristik von Führungseliten, die wir uns mit Sicherheit nicht mehr leisten können.

 

"Besitztümer müssen sozialverträglich verteilt werden!" ??

Für die kleinen Parteien (PDS, FDP, DIE GRÜNEN) galt das Sprichwort > "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold". In anderen Worten: "Anfängliches Dagegensein bringt Stimmen, anschließendes Schweigen ein höheres Einkommen.

Wieder die übliche Neiddebatte? Diesmal seitens der Bundestagsabgeordneten? Möglicherweise waren sie wohl den Bundesrichtern neidisch.

Diese Verhaltensweisen unser Volksvertreter waren schlichtweg die absolute gesellschafts- politische Entgleisung.

Keine Reaktionen bei den kleinen Parteien!

Kein Korrektiv durch das Volk

 

 

April 1996

Haushaltssperre wegen knapper Kassen. Zur Erinnerung > Ein halbes Jahr vorher wollten sich die Abgeordneten der großen Volksparteien innerhalb 5 Jahre die Einkommen um ca.  60% erhöhen.

Nach diesen Vorfällen gehörte ich zum Kreis der Nichtwähler

 

und weiter gehts:

April 1996 – Dezember 1997

politische Arbeit zum Wohle des Volkes > durch neue Gesetze werden die Aussagen der Erkenntnisse vom Januar 96 in die Tat umgesetzt. "Arme werden immer ärmer, Reiche werden immer reicher."

Im Dezember 97, zwei Tage vor dem Fest des Friedens, wurde auf der Bonner Hardt-Höhe der größte Rüstungsauftrag der deutschen Nachkriegsgeschichte unterzeichnet (Bau von Eurofightern) Laut Aussagen von Spitzenpolitikern unter anderem zur Arbeitsplatzbeschaffung.

Immer mehr Jugendliche sitzen auf der Straße. Für Jugendsozialarbeit ist kein Geld vorhanden > Mitgrund für die zunehmende Jugendkriminalität. Die Antwort der Politik:   Innenminister Manfred Kanther setzt sich für einen strengeren Strafvollzug für gewalttätige Jugendliche ein, als  Prävention gegen die zunehmende Gewaltbereitschaft von Jugendlichen <<  Dieser Trend war bereits schon 1996 zu erkennen? Was ist bislang geschehen?

HEUTE? Immer mehr Jugendliche neigen zur brutalen Gewalt

1998 - Sommer

Kanzlerkandidat Gerhard Schröder antwortete als damals noch amtierender Ministerpräsident von Niedersachsen (sinngemäß) in einem Interview auf die Frage: "Herr Schröder, wie kommt es, daß die Opposition in Bonn (ihre Partei) der Regierungspartei genau die gleichen Fehler vorwirft, die ihnen in Niedersachsen die Opposition (CDU) vorwirft?" Die lapidare Antwort vom lächelnden Kanzlerkandidat Gerhard Schröder: " So ist halt Politik"

Würden wir lernen zuzuhören, würden wir unsere Hörigkeit absurd finden.

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